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01. - 04 Juli 2020, Schwarzenborn, Hessen

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Debarking Heads II - Aktuelles

August 2019

Debarking Head im Hunsrück -
Vollmechanisierte Holzernte mit gleichzeitiger Entrindung

 

rueckegasse webNicht nur fällen und aufarbeiten, sondern auch gleichzeitig entrinden - die aus der Eukalyptusernte stammende Technologie findet nun auch den Weg in deutsche Wälder. Bisher waren Harvesteraggregate so konzipiert, nur ja nicht in die Rinde einzugreifen, den Stamm so wenig wie möglich zu verletzten. Mit Modifikation der Aggregate durch den Einsatz spezieller Entrindungswalzen soll erreicht werden, die Rinde direkt im Bestand zu entfernen.

Welche Vorteile bietet nun das Entrinden im Wald? In der derzeitigen Forstschutzsituation steht die (chemiefreie!) Borkenkäferbekämpfung bei Stehendbefall an oberster Stelle. Durch den Einsatz entrindender Technik wird dem Borkenkäfer Brutraum entzogen und bei bereits befallenen Bäumen werden die Borkenkäfer in den Larven- und Puppenstadien zuverlässig vernichtet. Von dem entrindeten Holz geht keine weitere Borkenkäfergefahr aus, sodass die Holzlogistik hier deutlich entlastet wird. Der Einsatz von Debarking Heads ist ein wirkungsvolles Instrument, um den Käfer in Latenz zu halten. Durch das Belassen der Rinde im Bestand wird außerdem ein positiver Beitrag zum standortangepassten Nährstoffmanagement geleistet. Durch die Entrindung ergeben sich jedoch noch weitere Vorteile – die fehlende Rinde muss nicht mehr transportiert werden. Ein verringerter Kraftstoffverbrauch kommt sowohl dem Geldbeutel als auch der Umwelt zugute. Nicht zuletzt kommt es beim Verbrennen entrindeten Holzes zu geringeren Feinstaubemissionen durch verringerten Aschegehalt.

Wie die Entrindungstechnik nun funktioniert, wird derzeit in einer Versuchskette vom Kompetenzzentrum Waldtechnik Landesforsten (KWL) in Hermeskeil (Rheinland-Pfalz) und dem KWF getestet. Vom Bestand über den Einsatz von Harvester und Forwarder bis zum Transport ins Sägewerk untersuchen die Partner die gesamte Verfahrenskette, sozusagen vom Baum zum Brett. Neben einem optimalen Arbeitsverfahren und damit verbunden der Leistung und den zu erwartenden Kosten richtet sich die Aufmerksamkeit u.a. auf die Bestandespfleglichkeit, die Beanspruchung der Fahrer oder auch Beanpruchung des Aggregates an sich. Besonders interessiert die Partner auch die Beurteilung des entrindeten Holzes aus Sicht der holzbearbeitenden Industrie. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an die beteiligten Sägewerker.

aggregat webEingesetzt wird der Harvester in Forstamt Idarwald. Im Juni wurden Versuche im Frischholz (Fichte, 70jährig) durchgeführt, über den Sommer hinweg laufen Versuche im Käferholz.

Zum Einsatz kommt ein Komatsu 931XC mit einem modifizierten S 132-Aggregat. Der Baum wird, ohne ihn in Sortimente einzuschneiden, durch das Aggregat gezogen und dabei entastet. Nach dem Umgreifen erfolgt ein zweiter Arbeitsgang. Durch die enorme Rotation wird hier die meiste Rinde entfernt. Im 3. Arbeitsgang wird der Stamm vermessen und sortimentiert. Die beschriebene Holzaufarbeitung beansprucht ca. 30% mehr Zeit als die konventionelle. Die Kosten für die Entrindung betragen nach ersten Berechnungen ca. 5,- €/Fm.

Die Qualität der Entrindung ist mit diesem Arbeitsverfahren (in der Saftzeit) sehr gut. Im Frischholz lag der Entrindungsgrad bei bis 100 %, im Käferholz zeigten erste Untersuchungen einen Entrindungsgrad von ca. 80 %. Weitere Ergebnisse werden die Versuche im Juli/August bringen.

In Deutschland sind derzeit über 30 umgebaute Harvesterköpfe verschiedener Hersteller im Einsatz, die bei der Aufarbeitung gleichzeitig entrinden können. Ach wenn die Technik sicher noch weiterentwicklungsfähig ist, ist die Möglichkeit, das Holz gleich im Bestand zu entrinden, für den Waldbesitzer durchaus attraktiv. Aus waldschutzfachlicher Sicht birgt sie großes Potenzial.

Andrea Hauck (KWF), Hans-Joachim Prüm (KWL)

 

 

Projektsteckbrief

Debarkig Heads

Projektlaufzeit
01/2018 bis 12/2019

Projektpartner hswt logoKWF Logo Schrift 80pxProjektförderung
Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über seinen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), gefördert (Förderkennzeichen 22013213 und 22012214).

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Video Entrindende Harvesterköpfe

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