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Europaministerin Puttrich informierte sich beim KWF über europäische Forst-Projekte

„KWF ist ein schönes Beispiel dafür, dass die EU auch hier vor Ort in Hessen stattfindet“

Pressemitteilung 09/2018

Die hessische Europaministerin, Lucia Puttrich, hat am 25. Mai das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) in Groß-Umstadt besucht. Dabei hat sie sich über die Bedeutung des KWF in der europäischen Forstbranche und über dessen Beteiligung an europäischen Projekten informiert. Besonderes Interesse hatte sie am Europäischen Motorsägenzertifikat (ECC) und der digitalen Karte der forstlichen Rettungspunkte, die das KWF erstellt hat. Außerdem ließ sie sich die Prüfstände für persönliche Schutzausrüstung und Motorsägen demonstrieren.

„Bei Waldarbeit denkt man nicht sofort an die Europäische Union. Aber die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa macht es möglich, dass auch in den deutschen Wäldern immer mehr Menschen aus den anderen EU-Mitgliedstaaten arbeiten. Deshalb brauchen wir einheitliche Ausbildungs- und Qualitätsstandards, insbesondere bei der sehr gefährlichen Arbeit im Wald. Das KWF leistet auf diesem Gebiet hervorragende Arbeit“, sagte Lucia Puttrich nach ihrem Gespräch mit dem Vorsitzenden des KWF, Robert Morigl, und der Geschäftsführenden Direktorin, Prof. Dr. Ute Seeling. Das KWF sei ein sehr schönes Beispiel dafür, dass EU nicht nur in Brüssel stattfinde, sondern ganz oft auch hier vor Ort bei uns in Hessen - und dann noch auf ganz praktische Weise.

Ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in der motormanuellen Holzernte kommt hierzulande aus mittel- und südosteuropäischen Ländern. Meistens sind sie bei Forstunternehmern tätig oder werden als Subunternehmer eingesetzt. Nach deutschem Arbeitsrecht müssen die Unternehmer fachkundiges, qualifiziertes Personal einstellen. Für einheitliche europäische Mindeststandards sorgt seit 2009 das Europäische Motorsägenzertifikat (ECC).

Das KWF ist Teil der europäischen Gremien, die dafür die Standards setzen. Es kümmert sich in Deutschland um die Umsetzung des Zertifikates. Dazu gehört u.a. die Überprüfung der Einrichtungen, die die entsprechenden Prüfungen abnehmen dürfen. Das KWF stellt die Zertifikate aus und führt eine Datenbank, in die alle erfolgreichen Absolventen eingetragen werden. Dank dieser Datenbank können Arbeitgeber jederzeit überprüfen, ob eine Person das nötige fachliche Können besitzt. Das KWF betreut außerdem zwei ECC-Prüfstellen in Polen und eine in Tschechien.

Europaministerin Lucia Puttrich informierte sich auch über das Konzept der forstlichen Rettungspunkte. Das KWF hat diese Rettungspunkte mit Unterstützung aus dem gesamten Bundesgebiet in einer digitalen Karte zusammengeführt. In dieser Karte sind bereits über 52.000 Rettungspunkte aus zwölf Bundesländern zu finden. Der Datensatz steht jedem kostenfrei zur Verfügung und kann sowohl von Privatpersonen als auch von Firmen genutzt werden. So haben z.B. auch Waldbesucher, Sportler oder Jäger die Möglichkeit, im Falle eines Notfalls den nächsten Rettungspunkt zu identifizieren und anzusteuern. „Dieses System gibt es bislang nur in Deutschland. Es ist in Europa einmalig. Vielleicht trägt der heutige Termin mit Europaministerin Puttrich dazu bei, dass auch in anderen europäischen Ländern vergleichbare Initiativen angestoßen werden“, schlug Morigl vor.

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P. Harbauer

Druckfähige Fotos von der Veranstaltung:
Der Vorsitzende des KWF, Robert Morigl, begrüßt die Ministerin
Die hessische Europaministerin Lucia Puttrich
Ministerin Puttrich am Schnittschutz-Prüfstand
Ministerin Puttrich und die Geschäftsführende Direktorin des KWF, Prof. Dr. Ute Seeling
Ministerin Puttrich beim Sägen
Ministerin Puttrich mit Motorsäge
Ministerin Puttrich bei der Erläuterung des ECC
Ministerin Puttrich informiert sich über die forstlichen Rettungspunkte
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