Erstes Abstimmungsgespräch beim KWF zu möglicher DIN-Norm „Vergabeunterlagen Holzernte"

Beteiligte weitgehend einig: DIN-Norm nicht notwendig – KWF führt Workshops zur Leistungsbeschreibung durch

Pressemitteilung 05/2015

Am 26. März fand beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V. (KWF) ein Abstimmungsgespräch zum weiteren Vorgehen im Hinblick auf eine mögliche DIN-Norm zu Vergabeunterlagen für die Holzernte statt. Grundlage war der Auftrag des KWF-Vorstandes, Transparenz zwischen den Verfahren in den Ländern hinsichtlich der Ausschreibung und Vergabe von Holzerntedienstleistungen zu schaffen. Ziel der Veranstaltung war es, die Notwendigkeit einer Norm „Vergabeunterlagen Holzernte“ zu erörtern, eine konkrete Zielrichtung und das weitere Vorgehen festzulegen.

 

Die Geschäftsführende Direktorin des KWF, Dr. Ute Seeling, skizzierte zu Beginn die bisherigen Vorarbeiten des KWF zum Thema. Es wurde eine Abfrage bei den Ländern durchgeführt und um Zusendung von Unterlagen zur Ausschreibungs- und Vergabepraxis in den Ländern gebeten. „Die zum Teil sehr umfangreichen Unterlagen haben deutlich gezeigt, wie kompliziert und unübersichtlich es für die Unternehmer ist, die sich an Ausschreibungen in mehreren Ländern beteiligen wollen“, so Seeling. Etwa zeitgleich zu den Abfragen des KWF wurde beim DIN-Normenausschuss „Kommunale Technik“ ein Arbeitskreis ins Leben gerufen. Er sollte in einer Norm die Anforderungen für die Auftragsvergabe forstlicher Dienstleistungen in der Holzernte festgelegen.

Zum Einstieg erläuterte Dr. Bärbel Schambach (DIN) die Grundsätze und Beteiligungsmöglichkeiten bei der Entwicklung von DIN-Normen. Anschließend stellte Klaus Wiegand (RAL) den Sachstand der Arbeiten des Arbeitskreises DIN-Norm „Holzernte Forstliche Dienstleistungen - Holzernte-Vergabeunterlagen“ vor. Er ging dabei auch auf das geltende Vergaberecht ein, das durch die Norm im Hinblick auf die forstlichen Verhältnisse konkretisiert werden soll.

In der anschließenden Diskussion vertraten nahezu alle Teilnehmer einhellig die Meinung, dass eine DIN Norm für die weitgehend normativ auf EU-, Bundes-, und Länderebene geregelte Ausschreibung im öffentlichen Bereich nicht nötig sei. Die teilnehmenden Forstunternehmer unterstrichen ausdrücklich die Notwendigkeit einer größeren Transparenz der Ausschreibungsverfahren und forderten eine Vereinheitlichung. Insbesondere bei Forstunternehmern die länderübergreifend tätig sind, ergeben sich aus den sehr unterschiedlich gestalteten Ausschreibungsunterlagen erhebliche praktische Probleme. Die Leistungsbeschreibungen müssten konkret und klar formuliert sein, damit sie als Grundlage zur Kalkulation dienen können. Nur so könnten dem Waldbesitz auch realistische Angebote unterbreitet werden.

Vertreter des öffentlichen Waldbesitzes unterstrichen, dass es in den Ländern gut funktionierende Ausschreibungsverfahren gäbe. Diese seien oft gemeinsam mit den Unternehmerverbänden entwickelt worden. Allerdings gäbe es in den Unterlagen auf Länder- und selbst auf regionaler Ebene deutliche Unterschiede bei den verwendeten Begriffen. Handlungsbedarf bestünde deshalb in der Begriffsklärung - insbesondere bei den Leistungsbeschreibungen bzw. -verzeichnissen.

Das DIN wurde gebeten, die Aktivitäten des Arbeitskreises für sechs Monate anzuhalten. Das KWF wurde beauftragt, zwei Runde Tische zum Thema „Leistungsbeschreibung bei der Vergabe forstlicher Dienstleistungen“ und ggf. weiterer drängender Anliegen der Forstunternehmer durchzuführen. Dabei soll über Stärken und Schwächen, Probleme und Möglichkeiten bei der Leistungsbeschreibung diskutiert sowie eine gemeinsame Basis erarbeitet werden. Außerdem soll die Leistungsbeschreibung bei Kleinaufträgen und der Aspekt der Kommunikation bei Ausschreibungen berücksichtigt werden.

Zum Abschluss soll eine Empfehlung über die Weiterführung des DIN-Arbeitskreises vorliegen. Die Teilnehmer der Runden Tische werden Vertreter des staatlichen und kommunalen Waldbesitzes, der Forstunternehmer, des DIN und dessen beteiligter Arbeitsausschüsse bzw. Arbeitskreise sein. Sie sind für Ende Mai und Ende August 2015 geplant.

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Peter Harbauer

Interner Bereich

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