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proSILWA Halbzeitkonferenz - Bericht

proSilwa

 

 

 

Auf dem Weg zu einer situationsgerechten und bedarfsorientierten Prävention in Forstunternehmen

proSILWA Halbzeitkonferenz - Bericht

Ziel der Halbzeitkonferenz war es, die bisherigen Forschungsarbeiten und die darauf aufbauenden Entwicklungsarbeiten und Ansätze von forstlichen Arbeitsschutzexperten auf Umsetzbarkeit und Akzeptanz in der Praxis kritisch durchleuchten zu lassen.

Der intensive Austausch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der wichtigsten Organisationen sowie mit weiteren Akteuren des Arbeitsschutzes und Unternehmern der Forstwirtschaft brachte dem proSILWA-Projektteam maßgebliche Anregungen für die weitere Arbeit. Vor allem wurde die Grundlage für Austausch und Zusammenarbeit im weiteren Projektverlauf und bei der Umsetzung der Projektergebnisse gelegt.

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Situationsgerechte Prävention

Wirkungsvolle und in Forstunternehmen akzeptierte Maßnahmen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz müssen der jeweiligen betrieblichen Situation gerecht werden und am akuten Bedarf der Unternehmen orientiert sein. Daher wurde in der nun abgeschlossenen ersten Phase des Projekts von den Forscherkolleginnen und -kollegen des Projektteams gemeinsam mit Forstunternehmen untersucht, wie und unter welchen Bedingungen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aktuell in der Praxis umgesetzt werden. In zwölf Partnerunternehmen wurden dazu ausführliche Interviews mit Unternehmern und Mitarbeitern geführt sowie Arbeitsplätze untersucht. Die für die weitere Arbeit entscheidende Frage lautete: Wie findet man anhand detaillierter Informationen über ein Unternehmen systematisch heraus, wo und in welchem Umfang Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzmaßnahmen erforderlich sind?

Der proSILWA-Ansatz: 13 Dimensionen der Präventionskultur

Natürlich bestätigen die Ergebnisse der Betriebsuntersuchungen, die von Wissenschaftlern der Universitäten Jena und Dresden zusammenfassend vorgestellt wurden, dass die Forstunternehmerbranche sehr heterogen ist. Mit Blick auf Sicherheit und Gesundheit stellen sich in jedem Unternehmen spezifische Herausforderungen und jedes Unternehmen hat seine besonderen Stärken und Schwächen bei der sicheren und gesunden Gestaltung von Arbeit. Zudem sind die betrieblichen Besonderheiten in jeweils unterschiedlichen Bereichen zu finden: bei der Qualität der technischen Ausstattung, der Organisation von Sicherheit und Gesundheitsschutz, bei Kompetenzen und Motivation sowie in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. (Präsentation als pdf, 8MB)

Um die aktuelle Situation in den Betrieben anschaulich zu beschreiben, wurden dreizehn sog. Dimensionen hergeleitet. Diese Dimensionen repräsentieren inner- und außerbetriebliche Gestaltungsbereiche, die für sichere und gesunde Arbeit von Bedeutung sind und die jeweils Ansatzpunkte für Präventionsmaßnahmen sein können.

Ausgehend von Kenntnissen der Situation in den Betrieben konnte der Handlungsbedarf für jede Dimension mit Hilfe einer Einschätzungsskala beurteilt werden: Diese Skala reicht von 1 (kein Handlungsbedarf, Verstetigung) bis 5 (dringender Handlungsbedarf). Bei der Darstellung dieser Bewertungen in einem Spinnennetz wird auf den ersten Blick deutlich, in welchen Bereichen ein Unternehmen vor allem aktiv werden sollte.

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Dieses Spinnennetz, ergänzt um eine Begründung der Zustandsbewertung und eine Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen, Chancen und Bedrohungen wurde von den proSILWA-Partnern als ein Zugangsweg vorgestellt, auf dem man nun gemeinsam mit Unternehmern herausarbeiten kann, in welchen Bereichen Präventionsmaßnahmen umgesetzt werden sollen oder müssen – situationsgerecht und bedarfsorientiert!

Mit dieser Methode wurde nun die Grundlage dafür gelegt, dass das proSILWA-Team in der 2. Halbzeit des Projekts gemeinsam mit den Partnerunternehmen betriebsspezifische Präventionsmaßnahmen-Pakete erarbeiten und anschließend erproben kann, die der individuellen Situation der Unternehmen und dem aktuellen Bedarf nach Arbeitsschutz- und Gesundheitsförderungsmaßnahmen gerecht werden.

Anregungen und Unterstützung durch Akteure aus der Praxis

Von besonderer Bedeutung für den weiteren Projektverlauf war natürlich der Austausch mit den Konferenzteilnehmerinnen und –teilnehmern. Die anwesenden Unternehmer hoben besonders vor, dass es zwingend erforderlich sei, den Bedarf nach Maßnahmen und den Prozess der Einführung und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen in einer Sprache und Form zu vermitteln, die den Unternehmern vertraut ist.

maßnahmen meta

Eine Vielzahl von Impulsen ergab die Diskussion darüber, wie Präventionsmaßnahmen in Forstunternehmen eingeführt und dauerhaft umgesetzt werden können. Neben der Betonung, dass Unternehmer vor allem selbst motiviert sein müssen, aktiv an der Verbesserung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes zu arbeiten, war ein intensiver Diskussionspunkt, dass sich Maßnahmen für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz lohnen müssen, damit Unternehmer bereit sind, Zeit und Geld zu investieren. Eine Forderung an die Forschung war daher, dass der wirtschaftliche Nutzen immer wieder, auch mit der Vermittlung von Forschungsergebnissen aus anderen Branchen, deutlich gemacht werden muss. Doch es stellt auch eine Herausforderung für das Projekt proSILWA dar, zu diskutieren, in welcher Form Unternehmen für ein besonderes Engagement bei der Prävention belohnt werden können – sei es durch finanzielle Prämien oder durch eine ideelle Anerkennung. Vor allem aber wurde mehr als deutlich, dass es bisher auf dem Markt für forstliche Dienstleistungen keine Anerkennung und Wertschätzung für solche Unternehmen gibt, die sich durch gute Praxis der Prävention auszeichnen.

Forstunternehmen brauchen Unterstützung

Ein in Kernpunkt der Diskussion war, dass Unternehmen auf dem Weg der komplexen und anspruchsvollen Aufgabe, eine Kultur der Prävention zu entwickeln, die Hilfe vieler Akteure benötigen. Nicht zuletzt zeigt die Vielzahl der bei der Konferenz vertretenen Organisationen, dass es eine große Zahl an Beteiligten gibt, die nicht nur ein Interesse an mehr Sicherheit und Gesundheit bei der Waldarbeit haben, sondern die auch entsprechende Kompetenzen und Kapazitäten haben, Unternehmen bei der Präventionsarbeit zu unterstützten. Versicherungsträger, Krankenversicherungen, die Arbeitnehmervertretung, gewerbliche Arbeitsschutzberater und insbesondere Unternehmerverbände und die Organisation der Frauen in Forstunternehmen können, wollen und sollen die Entwicklung einer gelebten Präventionskultur in der Forstwirtschaft auf vielfältige Weise unterstützen. Dies herauszuarbeiten ist eine wesentliche Aufgabe im weiteren Projektverlauf.

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Folgerungen und Empfehlungen                                                                                                           

Aus den intensiven Diskussionen bei dieser Halbzeitkonferenz konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Reihe von Folgerungen ziehen:

  • Effektiver und systematischer Arbeitsschutz (inkl. Gesundheitsförderung!) erfordert ein Ansetzen an individuellen betrieblichen Bedingungen.
  • Zur Optimierung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Betrieb sind Kommunikation, Motivation und Aktivierung aller Akteure erforderlich.
  • Gesundheitsförderung, die über die Verhütung von arbeitsbedingten Erkrankungen hinausgeht, wird bisher kaum thematisiert.
  • Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind extrem wichtig für die Bereitschaft, in Arbeitssicherheit und Gesundheit zu investieren.

Daraus ergaben sich folgende Empfehlungen

… für die Praxis:

  • Arbeitssicherheit und Gesundheit inklusive „Gesunde Führung und Kommunikation“ müssen in Unternehmernetzen und im einzelnen Unternehmen thematisiert werden.
  • Die Kommunikation zwischen Auftraggebern und Forstunternehmern über Arbeitssicherheit und Gesundheit muss dringlichst verbessert werden.
  • Arbeitssicherheit und Gesundheit müssen bei der Auftragsvergabe berücksichtigt und ideell sowie finanziell honoriert werden.

… für die Forschung:

  • Die Umsetzung von Arbeitsschutz und Prävention in Forstunternehmen erfordert eine verständliche Sprache und eine nachvollziehbare Methodik.
  • Die Dauerhaftigkeit und Praktikabilität des proSILWA-Konzepts muss sichergestellt werden.

… für die Politik:

  • Erforderlich ist die Einleitung eines Kommunikationsprozesses mit politischen und betrieblichen Entscheidungsträgern über die Honorierung von Arbeitssicherheit und Gesundheit bei der Vergabe und Bearbeitung von Dienstleistungsaufträgen in der Forstwirtschaft. Dies betrifft in hohem Maße die Landesbetriebe, aber auch die SVLFG.

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